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Über die Transformation von Möbeln – Ein Einblick bei Luise de Veer

von 6. Februar 2020 Februar 7th, 2020 No Comments

„Alte Möbel stehen für viele Menschen für alten Stil und alte Funktionsweisen. Aber das muss nicht so sein. Jedes Möbelstück hat Potential; man kann mit wenigen Veränderung neue Funktionen erfüllen.“, so beschreibt Olivia Pellenat die Transformation ihrer Möbel.

Olivia Pellenat hat 2017 ihr Label „Luise de Veer“ gegründet. Seither gibt sie alten, bereits gelebten Möbelstücken eine neue Aufgabe. Sie restauriert keine Möbel, Olivia haucht ihnen neues Leben ein und interpretiert Funktionsweisen – zum Beispiel die eines Nachttischschrankes – komplett neu.

Getrieben von den nächtlichen Gedanken, in einer eigenen Werkstatt zu arbeiten und etwas mit den Händen zu schaffen, zog es sie von Pößneck nach Erfurt. Architektur, Interieur und Design sind die entscheidenden Schlagworte, die Olivias Werdegang prägen. Zunächst studierte sie Architektur, nahm später einen Job im öffentlichen Dienst an und spürte peu à peu den Wunsch nach einer großen Veränderung immer stärker werden; inzwischen genießt Olivia Pellenat das Leben als Selbstständige:

 

„Ich tue etwas, was ich gerne mache; es fühlt sich für mich nicht wie arbeiten an.“, verrät sie uns in unserem Interview. Wir haben die Gründerin in ihrer neuen Werkstatt in Erfurt getroffen. Allein das alte Backsteingebäude, indem sich die Werkstatt von Luise de Veer befindet, ist sehr inspirierend. Es riecht nach Holz. Ein langer Gang verbindet die einzelnen kreativen Inseln. Von außen beinahe unscheinbar, offenbart sich im Inneren ein kleiner kreativer Hotspot. Direkt daneben: ein bekanntes Tonstudio, das Tattoostudio einer Illustratorin und eine Firma für Videoproduktionen. „Die Gemeinschaft macht es aus. Es ist toll sich mit anderen kreativen Köpfen, auch aus fremden Branchen, austauschen zu können. Kreatives Arbeiten heißt auch über den Tellerrand zu schauen und selbst den verrücktesten Gedanken zuzulassen.“, sagt Olivia.

 

Während des Interviews ist ihr Ideenreichtum spürbar. Olivia Pellenat liebt es zu stöbern. Die Möbel holt sie vom Speermüll, bekommt Tipps von Freunden und Bekannten oder wird in „Stöberhäusern“ fündig. „Buffets, Naschtische und Ähnliches werden regelmäßig weggeschmissen und das Schlimmste für mich ist, wenn Vollholzmöbel einen Regenschauer auf der Straße abbekommen“, merkt die Gründerin an. Alle Möbel kann sie nicht vor dem Wetter schützen, dennoch ist ihr Lager reichlich gefüllt; ein wahres Paradies, welches der Fantasie keine Grenzen setzt. Kunden können sich hier umschauen und Möbelstücke eigens zusammenstellen. Genau das ist es, was „Luise de Veer“ ausmacht: Individualität; ausgedrückt in neu erdachten Einrichtungsgegenständen.

 

Olivia erzählt uns von den ersten Plänen, welche sie für den Bauwagen gefertigt hat – natürlich baut sie diesen, gemeinsam mit ihrem Partner, selber aus. Ein Klappbett zur flexiblen Raumnutzung, eine Nasszelle inklusive Badewanne und sogar ein Kamin werden dem neuen Heim eine individuelle Atmosphäre geben. „Bei den vielen Projekten und Ideen haben wir uns die Frage gestellt, was wir in unserer Freizeit wirklich brauchen um auszuspannen und glücklich zu sein. Manchmal ist weniger einfach mehr. Es gibt ein enormes Einsparpotential in Bezug auf Besitz, Energie und nicht zuletzt Wohnkosten insgesamt. Im Gegenzug sind wir mit unserem mobilen Tiny House flexibel was den Standort anbelangt. Sollten wir einmal den Wunsch nach einer anderen Umgebung verspüren, suchen wir uns einfach einen anderen Standplatz. Das bedeutet für mich Freiheit und fördert meinen kreativen Arbeits- und Denkprozess.“, berichtet uns die überaus inspirierende Olivia Pellenat.

Katrin Hitziggrad

Author Katrin Hitziggrad

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