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Inszenierung von Immobilien und Räumlichkeiten – Vorhang auf für HOMESTAGING

von 7. November 2019 Dezember 6th, 2019 No Comments

Der erste Eindruck zählt. Mit Hilfe einer von Interior, Kunst, individueller Beleuchtung, zielgruppengerechter Möbelauswahl bis hin zu maßgeschneiderter Farbkonzeption werden Wohnungen, Häuser oder auch Gewerbeflächen für den Vertrieb richtig in Szene gesetzt. Seit 2006 erobert das „Homestaging“ so langsam den deutschen Immobilienmarkt. Es ist keine neue Erfindung, denn das „stagen“ von Wohnraum gehört in anderen Ländern bereits seit Jahrzehnten zu einer erfolgreichen Vermarktung dazu. Aus den USA erreichte der Trend in den 80er Jahren den britischen Markt und seit den 90er Jahren erobert das „Homestaging“ die Immobilien in Skandinavien. In Deutschland ist der Begriff noch kein fester Bestandteil in der Vermarktungsstrategie der Makler, Bauträger oder Wohnungsunternehmen.

„Es ist noch keine Selbstverständlichkeit in der Immobilienbranche geworden“, sagt auch Christina Nietzold von „Nice Homestaging“, die sich vor allem in Mitteldeutschland intensiv mit dem Thema beschäftigt. Ihr Kunden, im Schwerpunkt sind es Bauträger, erstrecken sich von Bayreuth über Jena und Weimar bis hin nach Leipzig und Dresden. Christina Nietzold liebt es den Räumen eine Bühne zu bauen, auf der sie die neuen Bewohner begeistern kann.

„Homestaging ist eine Investition die sich lohnt und die Phantasie der Interessenten ankurbelt.“, sagt Christina Nietzold. Achtzig Prozent aller Menschen können sich einen leeren Raum nur sehr schwer eingerichtet vorstellen und begegnen so dem Phänomen des Leerschocks. Eine Bestandsimmobilie wird üblicherweise entweder leer oder mit dem Inventar des vorherigen Bewohners besichtigt. Das Problem dabei: Kahle Wände, abgewohnte Tapeten, unbelichtete Räume, Flecken auf dem Teppich und Kratzer auf dem Parkett sind alles andere als phantasieanregend und erschweren es potenziellen Käufern oder Mietern das Objekt bereits bei der Besichtigung gedanklich einzurichten.

Orientierungspunkte, die Ideen und Gedanken in Schwung bringen, helfen dabei enorm, wie  „Homestagerin“ Christina Nietzold erklärt: „ Wir schaffen ein Ambiente, ein stimmiges Bild, eine zielgruppengerechte Wohnwelt, die den Interessenten das Gefühl vermitteln, sofort bleiben zu wollen.“ Damit der Film im Kopf des Interessenten beginnt, ist es wichtig zu wissen, was den potenziellen Käufer triggert.  Hierzu verwenden Experten wie Frau Nietzold verschiedene Einrichtungslinien; so vielfältig, wie die Menschen selbst, die in den Wohnungen und Häusern wohnen wollen.

„Es kristallisieren sich drei verschiedene Stilrichtungen als momentaner Trend heraus: Skandi ist ein Stil, bei dem mit hellen Farben, viel naturbelassenem Holz und einem hohen Maß an Gemütlichkeit gearbeitet wird. Der Industrial-Stil hingegen besticht durch viel schwarzes Metall, recyclten Holz und Mobiliar aus Leder.“, so Christina Nietzold. „Gerade Frauen“, so sagt sie, „lieben den modernen Glamourstyle“. Das trendige Einrichtungskonzept kommt nicht ohne goldene oder kupferne Metallakzente aus. Extravagante Möbel aus Samt, goldfarbene Accessoires, Lampen aus Kupfer – alles was glitzert, glänzt und einen edlen Charme versprüht, ist erlaubt. „Damit es 90% der Interessenten die Musterwohnung ansprechend finden, verwende ich nur Akzente aus den drei besagten Stilrichtungen um den Räumen ein neues Gesicht zugeben.“, fügt Christina Nietzold hinzu. Für jedes neue Vertriebsobjekt wird eine neue Wohnwelt geschaffen, welche sie alleine und ohne Kooperationen mit Möbelhäusern entwickelt. Der Einrichtungsprofi schafft durch Pflanzen und Lampen verschiedenen Bereiche. Kleine Ensemble dienen als Blickfang und leiten das Auge durch die Räume. In der heutigen Zeit von Instagram und Pinterest sind die Kompositionen auf Fotoperspektiven abgestimmt. Jedes einzelne Arrangement ist wieder ein neues potenzielles Fotomotiv. „Viele Besucher der Musterwohnungen oder -häuser, besichtigen mehr mit der Kamera als mit den bloßen Augen. Sie halten die Eindrücke für Daheimgebliebene fest und binden Familien und Freunde in die Kaufentscheidung mit ein.“ erklärt und Frau Nietzold. Auf dieses Phänomen, über das Besichtigungserlebnis in Form von Bildern zu berichten, hat sich die „Homestagerin“ eingestellt und schaut gedanklich beim Inszenieren der Räumlichkeiten selbst durch die Kamera.

Auf die Frage, warum das „Homestaging“ ein fester Bestandteil der Immobilienvermarktung werden sollte, hat sie eine klare Antwort: „Es lassen sich Leerstandszeiten bei Bestandsimmobilien verkürzen und Neubauten bereits im Bau verkaufen. Alles in allem lassen sich so Vermarktungszeiten verkürzen und Erträge steigern.“

Katrin Hitziggrad

Author Katrin Hitziggrad

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